Archive für Februar 2009

2008: Geringste Zahl an Verkehrstoten seit 1950

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

vom 25. Februar 2009

WIESBADEN - Im Jahr 2008 wurden in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 4 467 Menschen im Straßenverkehr getötet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, gab es seit 1950, dem Jahr, für das erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wieder Zahlen vorlagen, noch nie so wenig Verkehrstote. Damit hat sich 2008 die positive Entwicklung der letzten Jahre bei den Getöteten mit einem Rückgang um 9,7% oder 482 Personen gegenüber dem Vorjahr verstärkt fortgesetzt. Anders als ein Jahr zuvor wurden im Jahr 2008 auch weniger Menschen bei Straßenverkehrsunfällen verletzt. Die Zahl der Verletzten ist gegenüber 2007 um 5,5% auf rund 407 900 gesunken.

Insgesamt musste die Polizei im Jahr 2008 rund 2,28 Millionen Unfälle aufnehmen, 2,3% weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren 319 800 Unfälle mit Personenschaden (- 4,8%) und 1,96 Millionen Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (- 1,9%).

Mehr Verkehrstote gab es im letzten Jahr in Hamburg (+ 30% oder neun Personen), in Sachsen-Anhalt (+ 4,7% oder zehn Personen), in Rheinland-Pfalz (+ 3,2% oder sieben Personen) und in Sachsen (+ 3,0% oder sieben Personen). In den übrigen Bundesländern wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger Getötete im Straßenverkehr gezählt. Prozentual am stärksten zurückgegangen ist im Jahr 2008 die Zahl der Verkehrstoten in Bremen (- 37% oder sieben Personen), im Saarland (- 30% oder

18 Personen) und in Bayern (- 21% oder 210 Personen).

Auf die Zahl der Einwohner bezogen starben in Deutschland im vergangenen Jahr 54 Personen je 1 Million Einwohner. Im Vergleich zu diesem Bundesdurchschnitt wurden neben den Stadtstaaten Berlin (16), Bremen (18), Hamburg (22) auch in Nordrhein-Westfalen (38) und im Saarland (41) wesentlich weniger Personen je 1 Million Einwohner bei Straßenverkehrsunfällen getötet. Nach wie vor weit darüber lagen die Werte in Sachsen-Anhalt mit 92, Brandenburg mit 88 und Thüringen mit

81 Todesopfern je 1 Million Einwohner. Allerdings hat sich der Abstand auf den Bundesdurchschnitt für diese Länder seit 1991 stark verringert.

Im Dezember 2008 erfasste die Polizei in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 202 200 Straßenverkehrsunfälle, 2,2% mehr als im Dezember 2007. Bei insgesamt rund 23 000 Unfällen mit Personenschaden (- 3,7%) kamen 336 Menschen ums Leben, das waren 19% weniger als im Vorjahresmonat. Weitere 29 800 Personen (- 5,0%) wurden verletzt.



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Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2008

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung am 13. Februar 2009 mitgeteilt hat, ist die deutsche Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2008 deutlich zurückgegangen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,1% niedriger als im dritten Quartal 2008. Im Vorquartalsvergleich verzeichnete die deutsche Wirtschaft damit zum dritten Mal hintereinander eine rückläufige Entwicklung. Lediglich in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt gewachsen (+ 1,5%).



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Die wichtigste Ursache für den Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung ist die Entwicklung des Außenbeitrags, also der Differenz zwischen den Exporten und den Importen von Waren und Dienstleistungen. Die preisbereinigten Exporte sind mit - 7,3% wesentlich stärker gesunken als die Importe (- 3,6%), so dass der Außenbeitrag mit - 2,0 Prozentpunkten zum Rückgang des BIP beitrug. Im Inland schränkten die Unternehmen ihre Ausrüstungsinvestitionen deutlich ein, sie investierten 4,9% weniger in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge als im dritten Quartal 2008. Zuvor waren die Ausrüstungsinvestitionen acht Quartale in Folge gestiegen - im zweiten und dritten Quartal 2008 allerdings nur noch mit geringen Zuwachsraten. Die Bauinvestitionen waren im vierten Quartal um 1,3% niedriger als im Vorquartal und die Konsumausgaben sind um 0,1% zurückgegangen. Die Lagerbestände der Unternehmen wurden zwischen Oktober und Dezember 2008 erheblich aufgestockt; der Lageraufbau erbrachte einen Wachstumsbeitrag von 0,5 Prozentpunkten.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im vierten Quartal war das preisbereinigte BIP um 1,6% niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres. Die ersten drei Quartale des Jahres 2008 verzeichneten demgegenüber zum Teil noch beachtliche Zuwachsraten.

Kalenderbereinigt schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 1,7%, weil im Berichtsquartal gut ein halber Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als im vierten Quartal 2007.

Die am 14. Januar 2009 bekannt gegebene vorläufige Wachstumsrate für das BIP des Jahres 2008 von 1,3% (kalenderbereinigt: + 1,0%) bleibt unverändert.

Die Wirtschaftsleistung wurde im vierten Quartal 2008 von rund 40,8 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 422 000 Personen oder 1,0% mehr als ein Jahr zuvor. Damit wurde der höchste Beschäftigungsstand seit der Wiedervereinigung erreicht. Die vierteljährlichen Beschäftigungszuwächse haben sich allerdings seit Beginn des Jahres 2008 deutlich abgeschwächt. Die Zahl der Erwerbslosen (internationale

Abgrenzung) lag bei knapp 2,9 Millionen Personen, ihr Anteil an den Erwerbspersonen insgesamt betrug 6,6%.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, ist um 2,6% zurückgegangen. Je Erwerbstätigenstunde verringerte sich die Arbeitsproduktivität lediglich um 1,3%, weil die je Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden um 1,2% rückläufig waren.

Kennzeichnend für die Entstehungsseite des Bruttoinlandsproduktes war ein starker Rückgang der Wirtschaftsleistung des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) um 8,0%. Zuvor hatte das Produzierende Gewerbe seit dem vierten Quartal 2003, von einer Ausnahme im ersten Vierteljahr 2005 abgesehen, stets positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen.

Das Baugewerbe konnte seine Produktion um 1,2% steigern. Der Zuwachs blieb allerdings erheblich hinter dem des zweiten (+ 6,9%) und des dritten Quartals (+ 3,5%) zurück. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Bereichs Handel, Gastgewerbe und Verkehr war um 0,6% geringer als ein Jahr zuvor. Der Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister, der auch die Zeitarbeitsfirmen umfasst, konnte seine Wirtschaftsleistung geringfügig um 0,7% steigern, das war die niedrigste Zuwachsrate seit dem vierten Quartal 2004. Die öffentlichen und privaten Dienstleister erhöhten ihre preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 0,9% und der in gesamtwirtschaftlicher Sicht sehr kleine Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei wuchs um 4,0%.

Auf der Verwendungsseite des BIP waren die deutschen Exporte von Waren und Dienstleistungen im Berichtszeitraum um 5,2% niedriger als vor einem Jahr. Das ist der stärkste Einbruch seit dem dritten Quartal 1993. Da die Importe gleichzeitig zugenommen haben - der Wert der eingeführten Waren und Dienstleistungen ist um 1,8% gestiegen - bremste der Außenbeitrag die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2008 massiv (Wachstumsbeitrag:

- 3,3 Prozentpunkte). Im Inland sind die Bruttoanlageinvestitionen gegenüber dem vierten Quartal 2007 um 0,3% zurückgegangen. Vor allem die Ausrüstungsinvestitionen waren mit einem Minus von 1,7% im Berichtsquartal stark rückläufig. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen ist damit in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 regelrecht eingebrochen: Im zweiten Quartal 2008 hatten die Ausrüstungsinvestitionen noch um 11,8% und im dritten Quartal um 8,4% zugelegt. Leicht gestiegen sind die Bauinvestitionen (+ 0,7%). Das ist ausschließlich auf die Investitionen in Nichtwohnbauten und hier wiederum auf die Hochbauinvestitionen zurückzuführen, die um 4,9% höher waren als vor einem Jahr. Allerdings zeigt sich auch hier ein signifikanter Rückgang der Investitionstätigkeit im Verlauf des Jahres

2008: Im zweiten Quartal nahmen die Investitionen in Hochbauten (ohne

Wohnbauten) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 12,5% und im dritten Quartal um 9,5% zu. Die Wohnbauinvestitionen, die sich schon zwischen Juli und September nur schwach entwickelt hatten (+ 0,4%), sind im Schlussquartal weiter zurückgegangen und waren um 0,8% geringer als im vierten Quartal 2007. Stark angestiegen sind die Lagerbestände

(Wachstumsbeitrag: + 1,8 Prozentpunkte), was auch auf gravierende Absatzprobleme der Unternehmen zurückzuführen sein dürfte.

Die preisbereinigten Konsumausgaben blieben im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum unverändert. Staatskonsum und private Konsumausgaben haben sich allerdings unterschiedlich entwickelt: Die staatlichen Konsumausgaben nahmen mit 2,0% fast genauso stark zu, wie im zweiten und dritten Quartal (+ 2,3% beziehungsweise + 2,1%). Die privaten Konsumausgaben waren demgegenüber um 0,6% niedriger als ein Jahr zuvor. Die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen des Verkehrs und der Nachrichtenübermittlung gingen um 4,8% zurück. Darin spiegelt sich unter anderem eine geringere Nachfrage privater Haushalte nach Kraftfahrzeugen wider. Für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren gaben die Haushalte 1,3% weniger aus als ein Jahr zuvor. Einen signifikanten Zuwachs verzeichneten lediglich die preisbereinigten Ausgaben für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe (+ 1,8%), was insbesondere auf einen kräftigen Anstieg der Käufe von Heizöl zurückzuführen ist.

In jeweiligen Preisen berechnet war das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2008 um 0,6% und das Bruttonationaleinkommen um 0,2% höher als im vierten Quartal des Vorjahres. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, schrumpfte um 0,3%, wobei sich die beiden Komponenten stark gegenläufig entwickelten: Das Arbeitnehmerentgelt stieg um 3,5%, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen um 8,1% niedriger waren als im vierten Quartal 2007. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ist im Berichtsquartal mit 1,3% stärker gewachsen als die nominalen Konsumausgaben, die um 0,8% zunahmen. Die Sparquote der privaten Haushalte kletterte um 0,7 Prozentpunkte auf 10,3%.

Wie bereits in der Schnellmeldung vom 13. Februar 2009 dargestellt, wurden neben der Erstberechnung des vierten Quartals auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des Bruttoinlandsproduktes für die ersten drei Quartale sowie für das Jahr 2008 überarbeitet und geringfügig um bis zu + 0,2 Prozentpunkte revidiert.



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Staat schließt 2008 mit einem Defizit von 3,3 Milliarden Euro ab

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

vom 25. Februar 2009

WIESBADEN - Das Finanzierungsdefizit des Staates betrug im Jahr 2008 nach vorläufigen Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 3,3 Milliarden Euro. Dieser Betrag errechnet sich als Differenz der Einnahmen (1 091,1 Milliarden

Euro) und der Ausgaben (1 094,4 Milliarden Euro) des Staates. Aufgeteilt auf die staatlichen Ebenen betrug das Defizit des Bundes 15,8 Milliarden Euro und das der Länder 3,6 Milliarden Euro. Im Gegensatz hierzu erzielten die Gemeinden mit 8,4 Milliarden Euro und die Sozialversicherung mit 7,7 Milliarden Euro erhebliche Überschüsse im Jahr 2008. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen

(2 492,0 Milliarden Euro) errechnet sich für den Staat eine Defizitquote von - 0,1% im Jahr 2008.

Aufgrund neuer Informationen, insbesondere zum Steueraufkommen und den Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur sogenannten Pendlerpauschale, wurde das am 14. Januar 2009 veröffentlichte Ergebnis überarbeitet. Gegenüber der Januarschätzung reduzierten sich die Einnahmen im Jahr 2008 um 2,4 Milliarden Euro und die Ausgaben um

0,7 Milliarden Euro. Das Finanzierungsdefizit des Staates im Jahr 2008 war dadurch um 1,7 Milliarden Euro höher als zunächst geschätzt.

Auch in der für das europäische Verfahren bei einem übermäßigen staatlichen Defizit maßgeblichen Abgrenzung betrug das Finanzierungsdefizit des Staates rund 3,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zu früheren Jahren ergaben sich hier wegen der geringen Bedeutung der Erträge und Aufwendungen aus Swapgeschäften und Zinsderivaten, die sich auf nur 40 Millionen Euro beliefen, im Berichtsjahr praktisch keine Abweichungen.

Angesichts der erheblichen Bewertungs- und Informationsunsicherheiten, die mit der Finanzkrise einhergehen, finden derzeit auf europäischer Ebene Beratungen über die adäquate Anwendung der Regeln des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995 statt, die zu einer Eurostat-Entscheidung führen werden. Hierdurch können sich im Zusammenhang mit der Notifikation des Finanzierungssaldos zum 1. April

2009 noch Änderungen ergeben.

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Aufträge im Bauhauptgewerbe im Jahr 2008: Real - 4,4% zum Vorjahr

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

vom 25. Februar 2009

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren im Bauhauptgewerbe im Jahr 2008 in Deutschland in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten die preisbereinigten Auftragseingänge 4,4% niedriger als im Vorjahr. Dabei nahm die Baunachfrage im Hochbau um 1,9% und im Tiefbau um 6,9% ab.

In den Betrieben des Hoch- und Tiefbaus waren im Jahresdurchschnitt 2008 rund 705 000 Personen tätig; das waren etwa 8 000 weniger als vor einem Jahr (- 1,2%). Der Gesamtumsatz in jeweiligen Preisen belief sich im Jahr 2008 auf rund 86,8 Milliarden Euro (+ 6,0% gegenüber 2007).

Im Dezember 2008 sind die Auftragseingänge preisbereinigt um 11,8% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gesunken. Dabei nahm die Baunachfrage im Hochbau um 9,0% und im Tiefbau um 14,9% ab. Die Zahl der Beschäftigten lag mit 697 000 um 1,6% unter dem Niveau von Dezember 2007. Der Gesamtumsatz in jeweiligen Preisen war im Dezember 2008 mit

8,1 Milliarden Euro 2,7% höher als im Vorjahresmonat.



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Bundesrat stimmt Nachtragshaushalt zu


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Bundesrat Pressemitteilung

  • Veröffentlicht am: 20.02.09

Der Nachtragshaushalt 2009 zur Überwindung der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise ist endgültig beschlossen. Der Bundesrat hat dem Gesetz in seiner heutigen Sitzung zugestimmt. Es ermöglicht eine zusätzliche Nettokreditaufnahme von rund 18,3 Milliarden Euro. Damit kann die Bundesregierung nun weitere Ausgaben leisten, um die geschwächte Binnenkonjunktur zu beleben. Geplant ist unter anderem ein Rettungsschirm für Unternehmen, die wegen der Zurückhaltung der Banken zurzeit keine oder zu wenig Kredite erhalten. Allein hierfür hält die Bundesregierung ein Bürgschaftsvolumen in Höhe von 100 Milliarden Euro bereit.
Der Nachtragshaushalt 2009 wurde erforderlich, nachdem die Bundesregierung zu Beginn des Jahres einen umfassenden Aktionsplan zur Sicherung von Beschäftigung und Wachstum beschlossen hatte.

Gesetz über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2009 (Nachtragshaushaltsgesetz 2009)

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Bundesrat Pressemitteilung 21 / 2009

  • Veröffentlicht am: 20.02.09 (Korrektur der ersten Meldung!)

Bundesrat billigt Nachtragshaushalt

Der Nachtragshaushalt 2009 zur Überwindung der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise ist endgültig beschlossen. Der Bundesrat hat das Gesetz in seiner heutigen Sitzung gebilligt. Es ermöglicht eine zusätzliche Nettokreditaufnahme von rund 18,3 Milliarden Euro. Damit kann die Bundesregierung nun weitere Ausgaben leisten, um die geschwächte Binnenkonjunktur zu beleben. Geplant ist unter anderem ein Rettungsschirm für Unternehmen, die wegen der Zurückhaltung der Banken zurzeit keine oder zu wenig Kredite erhalten. Allein hierfür hält die Bundesregierung ein Bürgschaftsvolumen in Höhe von 100 Milliarden Euro bereit.

Der Nachtragshaushalt 2009 wurde erforderlich, nachdem die Bundesregierung zu Beginn des Jahres einen umfassenden Aktionsplan zur Sicherung von Beschäftigung und Wachstum beschlossen hatte.

Gesetz über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2009 (Nachtragshaushaltsgesetz 2009)

4. Quartal 2008: 1,0% mehr Erwerbstätige als im Vorjahr



Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

vom 19. Februar 2009

WIESBADEN - Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes

(Destatis) hatten im vierten Quartal 2008 rund 40,8 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland und damit 422 000 Personen oder 1,0% mehr als im vierten Quartal des Vorjahres. Die Zahl der Erwerbstätigen erlangte somit einen neuen Höchststand seit der Wiedervereinigung. Allerdings hat sich der Beschäftigungsaufbau seit Beginn des Jahres 2008 spürbar verlangsamt. So hatte die Zahl der Erwerbstätigen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 noch 1,7%, 1,5% und 1,4% über den entsprechenden Vorjahreswerten gelegen.

Im Vergleich mit dem dritten Quartal 2008 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal um 270 000 Personen (+ 0,7%). Der zwischen dem dritten und vierten Quartal übliche Anstieg der Erwerbstätigenzahl fiel damit 2008 geringer aus als im Durchschnitt der entsprechenden Quartale der vorangegangenen drei Aufschwungsjahre (+ 381 000 Personen oder + 1,0%). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, errechnet sich eine Zunahme gegenüber dem Vorquartal um 32 000 Personen (+ 0,1%) nach + 79 000 Personen oder + 0,2% im dritten Quartal 2008.

Von der Verlangsamung des Beschäftigungsaufbaus waren sowohl die Dienstleistungsbereiche als auch das Produzierende Gewerbe betroffen. In den Dienstleistungsbereichen nahm die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 354 000 Personen oder 1,2% zu (drittes Quartal 2008: + 469 000 Personen oder + 1,6%). Die Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe erhöhte sich um

69 000 Personen oder 0,9% (drittes Quartal 2008: + 109 000 Personen oder

+ 1,4%). Dagegen gingen im Baugewerbe mit einem Minus von 13 000

Personen oder - 0,6% per Saldo in etwa genauso viele Arbeitsplätze verloren wie im dritten Quartal 2008 (- 15 000 Personen oder - 0,7%). In der Land- und Forstwirtschaft entwickelte sich die Erwerbstätigkeit gegen den Trend. Hier lag das Beschäftigungsplus bei 12 000 Personen oder 1,4% (drittes Quartal 2008: + 9 000 Personen oder + 1,0%).

Der insgesamt zu verzeichnende Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich resultierte fast vollständig aus der Zunahme der Zahl der Arbeitnehmer, die sich im vierten Quartal 2008 um 420 000 Personen (+ 1,2%) auf rund 36,3 Millionen Personen erhöhte. Hingegen wuchs die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger im Berichtsquartal nur leicht um 2 000 Personen auf rund 4,4 Millionen.

Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich im vierten Quartal 2008 die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 1,2% auf

356,3 Stunden reduziert, obwohl gut ein halber Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als im entsprechenden Vorjahresquartal. Mit dazu beigetragen haben vor allem der Abbau von Überstunden und die vermehrte Inanspruchnahme von Kurzarbeit. Gleichzeitig sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - also das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und geleisteten Stunden je Erwerbstätigen - auf 14,5 Milliarden Stunden (- 0,2%).

Über die Erstberechnung der Erwerbstätigen und der geleisteten Arbeitsstunden für das vierte Quartal 2008 hinaus wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab dem dritten Quartal 2008 im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen neuberechnet. Aus der Neuberechnung der vierteljährlichen Erwerbstätigenzahlen resultierten Vorjahresveränderungsraten, die auf gesamtwirtschaftlicher Ebene um maximal 0,2 Prozentpunkte vom bisherigen Rechenstand nach unten abweichen.

Die aktuellen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zur Erwerbstätigkeit nach Quartalen und Jahren können auf der Homepage von Destatis, Pfad: Themen –> Arbeitsmarkt –> Erwerbstätige –> Tabellen abgerufen werden.



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Klimawandel: Umweltbundesamt unterstützt Anpassung in Brasilien

Startschuss für Projekt im besonders gefährdeten Nordosten

Der Klimawandel ist real, weltweit müssen sich die Menschen an die unvermeidbaren Auswirkungen anpassen. Dies gilt vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer, die zwar vom Klimawandel besonders betroffen, jedoch meist wenig an den Ursachen beteiligt sind. Das Umweltbundesamt (UBA) koordiniert ein Projekt zur Klimaanpassung in Brasilien. Dieses startet jetzt mit einem Workshop in Rio de Janeiro an dem Vertreterinnen und Vertreter betroffener ländlicher Regionen teilnehmen. Schwerpunktregion ist der von Dürre betroffene und kleinbäuerlich geprägte Nordosten. Dort unterstützt das UBA ein bereits international ausgezeichnetes landwirtschaftliches Bewässerungsprojekt: Eine solar betriebene Wasserversorgung wird aufgebaut, ferner soll der Anbau und die Vermarktung regionaler Produkte verbessert werden. Über zwei Jahre wird das Projekt in weiteren, besonders verletzbaren Regionen Brasiliens Anpassungsmaßnahmen identifizieren und vor Ort kommunizieren. „Wir dürfen als reiches Industrieland nicht tatenlos zusehen, wie der Klimawandel am anderen Ende der Welt ganze Landstriche unfruchtbar macht, Lebensmittel verknappt und Gefahren für Leib und Leben bringt“, meint Dr. Benno Hain, der Leiter des neuen Brasilien-Projekts. „Vielmehr müssen wir kluge Projekte auf den Weg bringen, um Staaten wie Brasilien in ihren eigenen Bemühungen zu stärken“.Neben dem Projektträger UBA sind besonders das von der brasilianischen Regierung eingerichtete Klimazentrum „Centro Clima“ und Träger der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Brasilien – vor allem die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) – am Projekt beteiligt. Bestehende Erfahrungen im Bereich Anpassung, mit internationaler Klimazusammenarbeit sowie der deutschen und brasilianischen Klimapolitik können so direkt in die Projektentwicklung einfließen.Auf den Erfahrungen der Projektpartner sollen weitere Anpassungsprojekte unter anderem im Amazonasgebiet ausgewählt und verbreitet werden. Lokale Interessensvertreter und Nichtregierungsorganisationen sind beteiligt und garantieren den Transfer zur Bevölkerung vor Ort. Über den Aufbau regionaler und nationaler Kommunikationsnetzwerke hinaus soll das Projekt die nationale Politik zur Anpassung an den Klimawandel unterstützen.Das Projekt wird mit Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert. Die Internationale Klimaschutzinitiative unterstützt Projekte in Entwicklungs- und Schwellen- und Transformationsländern zum Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft, zum Schutz von Kohlenstoffsenken wie den großen Waldgebieten der Erde sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Für diesen Zweck stehen dem BMU jährlich 120 Millionen Euro aus der Versteigerung von Emissionsrechten im Rahmen des Europäischen Emissionshandels zur Verfügung.”

Bundestagswahl 2009: Serviceangebot für Deutsche im Ausland

Pressemitteilung des Bundeswahlleiters

Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes

vom 17. Februar 2009

WIESBADEN - Wie der Bundeswahlleiter mitteilt, steht für Deutsche im Ausland, die an der Bundestagswahl 2009 teilnehmen möchten, ab sofort das hierfür erforderliche Antragsformular für die Eintragung in das Wählerverzeichnis zur Verfügung. Es ist im Internetangebot des Bundeswahlleiters im Bereich Bundestagswahl 2009, “Service für Deutsche im Ausland”, unter www.bundeswahlleiter.de erhältlich.Darüber hinaus umfasst das Serviceangebot ausführliche Informationen zum Wahlrecht für Deutsche im Ausland bei der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009.

Deutsche, die im Ausland leben und nicht in der Bundesrepublik Deutschland gemeldet sind, können bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nach dem Bundeswahlgesetz bei der Bundestagswahl 2009 per Briefwahl teilnehmen. Hierzu müssen sie persönlich bei ihrer letzten Heimatgemeinde in Deutschland bis spätestens 6. September 2009 einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis stellen. Dies sollte bei längeren Postwegen möglichst frühzeitig erfolgen. Eine Übermittlung per E-Mail ist nicht zulässig.

Der bei früheren Wahlen geltende Ausschluss vom Wahlrecht für Deutsche, die seit mehr als 25 Jahren außerhalb der Mitgliedstaaten des Europarats leben, ist entfallen, so dass auch sie an der Bundestagswahl 2009 teilnehmen können.

Das Antragsformular steht voraussichtlich ab März 2009 auch als Papiervordruck bei allen Botschaften und Konsulaten der Bundesrepublik Deutschland im Ausland, beim Bundeswahlleiter sowie bei allen Kreiswahlleitern in Deutschland zur Verfügung. Antragsformulare können zugleich für Familienangehörige, Freunde oder Kollegen angefordert werden. Firmen und Verbände können die Antragsformulare für ihre Mitarbeiter im Ausland in der erforderlichen Stückzahl erhalten.

Nach der Eintragung werden die Wahlunterlagen für die Briefwahl ohne weitere Anforderung - circa einen Monat vor dem Wahltag - übersandt.

Alle Unterlagen müssen spätestens am Wahltag, dem 27. September 2009, bis 18.00 Uhr bei der auf dem voradressierten amtlichen Wahlbriefumschlag angegebenen Stelle eingehen.

Deutsche, die während ihres Aufenthalts im Ausland weiterhin in Deutschland gemeldet sind, werden von Amts wegen in das Wählerverzeichnis ihrer Gemeinde eingetragen. Sie können ihr Wahlrecht durch Briefwahl ausüben. Hierzu müssen sie bei der Gemeindebehörde schriftlich - auch per Fax oder E-Mail - oder mündlich die Erteilung eines Wahlscheines beantragen. Eine telefonische Antragstellung ist unzulässig.



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Über den Wunsch, einen „verstümmelten“ Körper zu haben…

fzm - Manche Menschen leiden unter einer seltsamen Störung, die den “Normalbürger” befremden mag: Sie sehnen sich danach, einen Arm oder ein Bein zu verlieren. Erst ohne diese Gliedmaßen, so ihre Überzeugung, verfügen sie über einen “kompletten” Körper. Nur der verstümmelte Körper ist aus ihrer Sicht perfekt. Dieser Amputationswunsch ist Teil der sogenannten Body Integrity Identity Disorder (BIID), die bislang kaum untersucht wurde. In einem soeben erschienenen Artikel in der Fachzeitschrift “Fortschritte der Neurologie Psychiatrie” (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009) erklärt der Neuropsychologe Professor Dr. Erich Kasten von Universität Lübeck die Ursachen und Folgen der Störung. Basierend auf neun detaillierten Fallgeschichten weist er nach, dass diese selten auftretende Krankheit nicht als Wahn oder Schizophrenie angesehen werden darf und auch nicht ausschließlich neurologisch verursacht ist.

Der Amputationswunsch ist bei den Betroffenen stark ausgeprägt und führt zu großem psychischem Leiden. “In der Mehrzahl ist der Wunsch auf ein spezifisches Körperteil fixiert”, so Kasten, “die Betroffenen sind sich der Absonderlichkeit ihres Begehrens völlig bewusst und hadern mit dem Pro und Kontra.” Manche BIID-Patienten versuchen, sich den Arm abzusägen; andere legen ihr Bein auf Zugschienen. Anders als Menschen mit schizophrenen Erkrankungen sind sie sich darüber im Klaren, wie abnormal ihr Bestreben ist, ohne es jedoch aufgeben zu können. Bei jedem Dritten war der Amputationswunsch sexuell getönt, was die Frage aufwirft, ob es sich um eine Sonderform von Fetischismus handelt. Über die Gründe, weshalb sie sich eine Amputation herbei sehnen, können die Betroffenen keine klare Auskunft geben. Manche sprechen von der Neugier, den Körper anders als bisher zu erfahren; andere sehen die Amputation als Herausforderung oder Probe, die es zu meistern gilt. Einige Patienten halten die Asymmetrie des Körpers für ein erstrebenswertes Ideal. “Die meisten bewundern die Schönheit eines Stumpfes und sehen Amputierte als Helden, die trotz der Behinderung ihr Leben meistern”, erläutert Kasten. Wie Kasten darlegt, berichten die Betroffenen von Begegnungen mit Behinderten in ihrer frühen Kindheit, die sie als positiv erlebt haben. Behinderung ist für BIID-Patienten kein Makel, sondern eine Auszeichnung. Möglicherweise geht die Störung auf eine Schädigung des Zentralnervensystems zurück. Denkbar ist beispielsweise ein Defizit im somatosensorischen Kortex, in dem das Körperbild gespeichert und abgebildet wird. Doch gegen eine neurologische Ursache spricht nach Ansicht von Kasten der Umstand, dass der Amputationswunsch bei manchen Patienten vom linken Arm zum rechten springt oder vom rechten Bein zum linken. Bei einem klar lokalisierbaren neuronalen Defekt dürfte dies nicht der Fall sein. Unstrittig ist hingegen, dass der Wunsch immer auf einen Gliedmaßentyp bezogen bleibt. Wer sein Bein verlieren will, der hat panische Angst, seine Arme zu verlieren und umgekehrt. Bisher mangelt es an effektiven Behandlungen der BIID-Patienten. Auch nach ärztlicher Intervention besteht der Amputationswunsch fort. Experten sind sich uneins, ob dem Amputationswunsch entsprochen werden sollte oder nicht. Einige wenige Studien legen den Schluss nahe, dass Patienten, bei denen eine Amputation vorgenommen wurde, zufriedener sind als solche mit unerfülltem Amputationswunsch.  Weitere Informationen finden Sie im Buch von E. Kasten:
Body Integrity Identity Disorder (BIID): Befragung von Betroffenen und Erklärungsansätze.
Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 2009; 77 (1): S. 16-24

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